Claudia Tomaschewski

Erleuchtung 

wir sitzen in unseren Mönchszellen und meditieren
über das Leben und kommen flach wie Flundern
zusammen
um uns über unsere Meditationen auszutauschen um uns
stehen Wände und Bildschirme
 die aufpassen
 dass wir den Radius nicht verlassen
 und in jeder Zelle nur eine Person! also alles
 nicht ganz freiwillig sondern unfreiundunwillig
 trotzdem besser als willenlos
 zu sein
 also seinen willen weder im positiven
 (man bekommt was man will)
 noch im negativen
 (man bekommt nicht was man will)
 zu spüren so wäre
 alles formlos (amorph klingt zu artifiziell
 artifiziell aber auch) oder gleichförmig
 ist das Gleiche wenn ich so versunken dasitze
 betrachte ich den zukünftigen Sommer will aufstehen
durchs Fenster auf die Straße springen
 ihm entgegenstolpern und wenn ich ihm dann sage
 wie sehr ich mich auf ihn gefreut
 habe dann fang ich an zu stottern weil ich
 so aufgeregt bin weil sein Gesicht
 so schön leuchtet er
 ist der Silberstreif
 am Horizont ein Licht
 am Ende des Tunnels ein Hoffnungsstrahl
 ein Lichtblick im schattigen Kopf mir dämmert
 ich muss diesen fernen Sommer
 bitten nein anflehen er möge mir sein Versprechen
 nein er muss es schwören bei seiner Mutter dass er
 kommen wird und so hell strahlen wird wie er kann